Konzept

Konzepte

Konzept der TGS „Oststadtschule“ zur  Entwicklung der Gemeinschaftsschule (Auszüge)

Entwicklung ist ein wichtiger Teil des Konzeptes einer Schule. Das hier vorliegende Konzept wurde im Rahmen der Gründung der TGS Oststadtschule entwickelt. Aktuell sind verschiedene Teilbereiche des Konzeptes in Bearbeitung, z.B.
  • Leitbild der Schule (siehe Zukunftskonferenz)
  • Sozialkompetenzentwicklung
  • Schulinterne Lernplanung
  • Berufsorientierungskonzept
 Gesamtkonzept: 2013_05_23 Konzept ESA Oststadtschule

Vorbemerkungen

Als anerkannte Schule der Stadt Eisenach und des Stadtteils Oststadt blickt unsere Schule auf eine über 100 Jahre währende Geschichte zurück. Gegründet 1901 als „Wilhelm-Ernst-Schule“, über die 3.POS, bis hin zur 2001 eröffneten „Oststadtschule“, haben Generationen von Schülern dieses Haus mit den verschiedensten Zielen und Vorstellungen verlassen.

Wir wollen dieser traditionsreichen Schule in Zusammenarbeit mit den Schülern und Eltern, der Grundschule und dem Gymnasium, der Stadt und den Parteien des Stadtrates eine weitere Entwicklung ermöglichen und in ihr eine Thüringer Gemeinschaftsschule einrichten.

Was ist die „TGS – Thüringer Gemeinschaftsschule“?

„Mit der Thüringer Gemeinschaftsschule wird eine neue gleichberechtigte Schulart geschaffen. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler bis zur achten Klasse gemeinsam. Im stabilen Klassenverband entwickeln die Kinder und Jugendlichen soziale Kompetenzen, auf die sie im späteren Leben zurückgreifen können. Die Gemeinschaftsschule umfasst grundsätzlich die Klassenstufen 1 bis 12. Alle Schulabschlüsse – Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und allgemeine Hochschulreife können erworben werden.“ [1]

Damit wird die thüringer Schullandschaft um eine wichtige Farbe reicher.

Mindestens acht gemeinsame Schuljahre im stabilen Klassenverband, Ganztagsbetreuung, individuelle Förderung, die Mitsprache aller am Erziehungsprozess Beteiligten, neue Regelungen für das Wiederholen, die Öffnung der Schule für neue Methoden und viele Partner aus allen gesellschaftlichen Bereichen – all dies haben sich thüringer Eltern und Lehrer gewünscht, und jetzt gilt es, diese Wünsche im Zusammenwirken Wirklichkeit werden zu lassen.

Unsere Ziele

Unser Ziel, die Gründung einer Gemeinschaftsschule im Osten der Stadt Eisenach, ergibt sich aus dem von den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und allen Lehrerinnen und Lehrern erarbeiteten und in der Schulkonferenz beschlossenen Leitbild unserer Schule.

Gemeinsam beschrieben wir die Ziele unseres Handelns und Zusammenlebens wie folgt:

  •  Wir fördern und fordern unsere Schülerinnen und Schüler.
  • Wir öffnen den Unterricht nach innen und außen.
  • Wir optimieren Lernergebnisse und sichern maximale Ausbildungsfähigkeit.
  • Wir stärken die Handlungsfähigkeit in Alltagssituationen.
  • Wir bilden und erziehen zu Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein.
  • Wir schaffen eine „Schule zum Wohlfühlen“.
  • Wir pflegen Traditionen.

„Der eigentliche Zweck des Lernens ist nicht das Wissen, sondern das      Handeln.“(H.Spencer) – als Gedanke der Reformpädagogik – steht über unserem Leitbild und soll unser Ziel und Anspruch sein.

Die Verwirklichung unseres Konzeptes ist an die Zusammenarbeit aller Beteiligten gebunden. Kindergarten, Grundschule, Regelschule und Gymnasium sollen nach unserem Plan gemeinsam an der Umsetzung einheitlicher Ziele arbeiten.

Wenn wir im Zusammenwirken eine Gemeinschaftsschule etablieren und unser Leitbild beachten, so verwirklichen wir auch die „Regeln für eine gute Schule“ von H. Brügelmann (Prof. für Erziehungswissenschaften an der Uni Siegen), formuliert in der GEO-Wissen 44/2009:

  1. Kinder gehen gern in die Schule.
  2. Die Lehrer fördern und fordern Leistung.
  3. Bei Problemen erhalten Schüler Hilfe.
  4. Lehrer begegnen den Schülern auf Augenhöhe.
  5. Für den Umgang miteinander gibt es klare Regeln.
  6. Die Schule ist nicht nur Lern- sondern auch Lebensort.
  7. Sie ist in ihren Stadtteil integriert.
  8. Die Lehrer sind keine Einzelkämpfer.
  9. Die Eltern engagieren sich an der Schule.
  10. Auch Eltern fühlen sich hier wohl.

Und er sagt auch: „Hinzu kommt, dass Schule nicht ein Ort fachlichen Lernens sein soll, sondern auch ein Ort des Zusammenwachsens der Gesellschaft. Schule ist heute die einzige Institution, an der alle Menschen zumindest zeitweise über die Grenzen des Milieus hinweg zusammenkommen. Auch das spricht für eine längere gemeinsame Schulzeit.“ [3]

Unsere Konzepte im Einzelnen

 Pädagogisches Konzept

Unser pädagogisches Konzept hat nach vorgegebenen Richtlinien – den allgemeinen Lehrplänen, der Prüfungsordnung, der Th. Schulordnung u.a. – und nach intensiven Gesprächen aller Beteiligten, folgende Ziele:

  1.  Allen Kindern, unabhängig von der sozialen Herkunft, einen bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen.
  2. Durch langes gemeinsames Lernen, mindestens bis zur Klassenstufe 8,

jeden allgemein bildenden Schulabschluss zu ermöglichen.

  1. Die Individualität jeder Schülerin und jeden Schülers durch das langfristige und gemeinsame Fördern zu stärken.
  1. Durch Kooperation und Zusammenarbeit die Bemühungen um jedes Kind und jeden Jugendlichen zu bündeln und zu intensivieren.

Dazu sind folgende Veränderungen der Schulstrukturen vorgesehen:

  •  Die Thüringer Gemeinschaftsschule ist inhaltlich, wie organisatorisch ein Verbund, eine Kooperation von Grundschule, Regelschule und Gymnasium in Form einer Ganztagsschule.
  • Sie bietet die ganze Breite thüringer Schulabschlüsse – Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und allgemeine Hochschulreife in den Klassenstufen 1 bis 12.
  • Sie entsteht in einem umfänglichen Dialog zwischen Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, Schulträger, Kultusministerium, der Stadt und Freunden und ist ein wichtiger Teil der „Kommunalen Vernetzung“.

Wir danken an dieser Stelle allen, die uns bis zu diesem Konzept unterstützt haben, die an die Machbarkeit unserer Idee glauben und uns weiterhin helfen wollen. Eine Gemeinschaftsschule im Osten der Stadt Eisenach hilft unseren Kindern und Jugendlichen mit wohnortnahem Lernen und Leben, den Eltern mit der Gewissheit des Geborgenseins und des engen Kontaktes und der Stadt mit einem repräsentativen Schulverbund, der zukunftsweisend ist und Geld spart.

Methodische und reformpädagogische Überlegungen

„Hilf mir, es selbst zu tun!“, lautet der oberste Grundsatz Maria Montessoris.

Selbstbestimmtes Lernen und Arbeiten, freies Denken und der Wille zu eigenen Projekten stehen im Mittelpunkt dieser Philosophie.

 Förderung im Klassenverband

Nach Paragraf 147a der Thüringer Schulordnung vom 7.Juli 2011 „… können Schüler entsprechend ihrer Befähigung und Leistung den Hauptschulabschluss, den Qualifizierenden Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss, […] sowie die allgemeine Hochschulreife erwerben.“  und Prof. W.Melzer von der TU Dresden stellt als „Haupt-Gelingensfrage für die Gemeinschaftsschule“ folgende These auf: „Die Gemeinschaftsschule muss durch ihr besonderes pädagogisches Profil für Kinder und  Eltern aus allen Sozialschichten attraktiv sein. Es sind geeignete Differenzierungs- und Förderkonzepte für Schülerinnen und Schüler aller Kompetenzniveaus zu finden.“[4]

Die Vorbereitung auf alle Abschlüsse der TGS (Thüringer Gemeinschaftsschule) erfolgt unter Beachtung der Thüringer Schulordnung, des Thüringer Schulgesetzes, der Prüfungsordnung und anderer gesetzlicher Bestimmungen im gemeinsamen Lernen von Klasse 1 bis Klasse 12 unter „heterogener Zusammensetzung“ – mit Kinder unterschiedlichster Prägung, Herkunft und Vorstellungen.

Diese Verschiedenartigkeit der Zusammensetzung erfordert neben den bewährten auch neue Formen der Arbeit mit und in den Klassen.

Informationen zum Klassenrat

Unterrichtsentwicklung

Die Thüringer Schulordnung vom 7. Juli 2011 verlangt im Paragrafen 147a   eine „ganzheitliche Kompetenzentwicklung“ und dies in einem möglichst „binnendifferenzierten Unterricht“.

Wir müssen als Gemeinschaftsschule also auch prüfen, ob wir diesen Ansprüchen genügen und was gegebenenfalls zu tun ist.

Ganzheitlichkeit begreifen wir als die Ausrichtung unserer Bemühungen auf   alle Merkmale der Persönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler, durch alle an Erziehung und Bildung Beteiligten.

Ganzheitlichkeit bedeutet für uns auch das Zusammenwirken aller z.B. bei der Entwicklung der Schlüsselkompetenzen, hier besonders der Lernkompetenzen: Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz und Sachkompetenz, bei gleichzeitiger Binnendifferenzierung, d.h. der speziellen Unterrichtsgestaltung, unterschiedlicher Unterrichtsinhalte für einzelne Schülerinnen und Schüler.

Wir streben eine größtmögliche Qualifikation aller an, bei Beachtung vorhandener Unterschiedlichkeiten.

Ganzheitlichkeit und Differenzierung im Unterricht verlangen von uns auch eine Neuorientierung in der Bewertung und Notengebung.

Als Modell kann dazu das Punktesystem des Gymnasiums dienen, da es sowohl eine individuelle Notengebung ermöglicht und damit auch eine Differenzierung, wie auch die Vergleichbarkeit in den Klassen und darüber hinaus.

Laut Thüringer Schulordnung finden sich in der TGS drei Anspruchsebenen und somit die Möglichkeit folgender Bewertung:

 Noten

  •  Anspruchsebene 1: Hauptschulabschluss                1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6
  • Anspruchsebene 2: Realschulabschluss             1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6
  • Anspruchsebene 3: Hochschulreife                1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6

 Auch diese Form der Bewertung verlangt intensive Beratung aller Beteiligten, soll sie doch für alle Fächer und alle Bedingungen anwendbar und für alle transparent sein.

Die Differenzierung bekommt besonders auch bei der Orientierung auf die Abschlüsse und deren Vorbereitung eine entscheidende Bedeutung. Die Schülerin/ den Schüler in seiner Ganzheitlichkeit zu betrachten und „seine“ Perspektive zu ermitteln, muss schon ab der ersten Klasse Ziel aller Lehrer, Erzieher und natürlich der Eltern sein. Die drei Anspruchsebenen müssen durch die Ganzheitlichkeit und die Differenzierung bestmögliche Abschlussbedingungen schaffen und fördern.

Förderkonzept

Unser Förderkonzept steht unter dem Motto „Starke fordern – Schwache fördern“.

Da unsere Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Voraussetzungen, verschiedenste Interessen und Fähigkeiten haben, ist es für uns wichtig, ausgehend von der Grundschule, die Ausgangsbedingungen jedes Kindes zu kennen und Schlüsse daraus ziehen zu können.

Wir analysieren in Zusammenarbeit mit den Eltern, dem Kindergarten und der Grundschule:

Verhaltensprobleme:            

  • außerschulische Belastungen,
  • motorische Unruhe,
  • zunehmende Ich-Bezogenheit,
  • Suchtverhalten u.a. und

Leistungsprobleme:                    –

  • Lernschwierigkeiten (Wahrnehmungsstörungen),
  • Teilleistungsschwierigkeiten (Legasthenie o. Dyskalkulie),
  • Schulangst,
  • Lernstress u.a.

und suchen in vertrauensvoller Zusammenarbeit Lösungen, um Hilfen anbieten zu können.Hierbei unterscheiden wir zwischen der Förderung nach pädagogischem Förderbedarf bzgl. Verhalten und der Unterstützung bei LRS/Dyskalkulie u.Ä. durch Fachlehrer.

Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden durch ausgebildete Förderschullehrer unterstützt.

Individuelle Förderung bedeutet für uns:

  • auch in der Gruppe Schwerpunkte für die individuelle Förderung zu finden,
  • diagnostische Erfahrungen zu sammeln und auszutauschen,
  • in der Zusammenarbeit Optimismus ausstrahlen,
  • die Schüler/innen zum „mündigen Lerner“ zu motivieren,
  • das schulische und kommunale Umfeld zur Förderung zu nutzen,
  • ein Netz von Unterstützungseinrichtungen zu bilden (Schulamt, Schulpsychologe, Heime, Jugendklubs, Trainingsgruppen, …)
  • Fort- und Weiterbildung zu organisieren (evtl. auch für Eltern)
  • Unterstützung und Unterstützer zur Förderung zu suchen (Eltern, Praktikumsbetriebe, Patenschaften, Mentoren, …)

Die individuelle Förderung aller soll fester Bestandteil aller schulischen Maßnahmen sein, auch um in der TGS, die von der Gesellschaft geforderte Chancengleichheit zu gewährleisten.

Berufswahlkonzept

 Unser Leitbild formuliert eine bestmögliche Ausbildungsfähigkeit und eine gestärkte Handlungsfähigkeit in Alltagssituationen. Dem soll, zusammen mit der fachlichen Qualifikation, auch unser Konzept zur Berufswahl dienen. Wir wollen die guten Erfahrungen der letzten Jahre nutzen und ausbauen.

 Unsere Klassen 5 und 6 sammeln erste Erfahrungen auf diesem Gebiet, indem sie die Berufe der Eltern „erforschen“ und beschreiben und Wunschberufe ermitteln. Im fächerübergreifenden Unterricht (z.B. in Deutsch und Biologie) werden Berufsbilder erarbeitet und ausgewertet.

Ab Klasse 7 beginnt die intensive Phase der Berufswahlvorbereitung in Form von Stationsarbeit zu Berufen, Berufsfindung, Eignung, Stärken, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

 In den Klassen 8 und 9 schließen sich 14-tägige Betriebspraktika an, die mit einer intensiven Auswertung und Einschätzung enden. Dazu erfolgt in Klasse 9 die Arbeit an den Bewerbungsunterlagen.

Besonders ab der Klasse 9 gibt es an unserer Schule ein umfängliches Programm zur Berufsberatung, welches an einer Gemeinschaftsschule noch wichtiger werden sollte, da wir verstärkt auf die individuellen Kompetenzen und die zielgerichtete Differenzierung jeden Schülers/ jeder Schülerin achten wollen.

Berufsorientierung Konzept TGS BO 25.05.2015_SSA

 Fremdsprachenkonzept

 Unsere Schule kann ab der Klasse 5 den Englischunterricht als erste Fremdsprache und Französisch als zweite Fremdsprache anbieten.

Das Konzept des Fremdsprachenunterrichts sieht eine Differenzierung im Unterricht und in der Leistungsbewertung vor, die auf den Standards Thüringens beruht.

 Ab der Klasse 7 erfolgt eine ausführliche und regelmäßige Beratung der Eltern über den Leistungsstand auf diesem wichtigen Gebiet.

Besonders wichtig ist den Fachlehrern ein lebensnaher und praxisorientierter Unterricht, der zu anwendungsbereitem Wissen, zur „Handlungsfähigkeit in Alltagssituationen“ führt.

Dazu gehören auch langjährige Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen in der Organisation, Durchführung und Präsentation von Reisen nach England und Frankreich und der Einbeziehung eigener Erlebnisse in den Unterricht.

So wurden in den letzten Jahren gern Fahrten nach Südengland und Paris unternommen und deren Verlauf und Erleben den Mitschülern präsentiert.

Auch am Schüleraustausch mit unserer französischen Partnerstadt nehmen regelmäßig Schüler unserer Schule teil.

 Zum Konzept der Fremdsprachenausbildung an unserer Schule gehört der effektive Einsatz moderner Medien, die sowohl bei der Vorbereitung, als auch bei der Präsentation zum Einsatz kommen und so gute Möglichkeiten zur Differenzierung und Förderung bieten.

 Um das Angebot an Sprachen anderer Länder zu erweitern, sind Absprachen mit unseren Kooperationspartnern in der Grundschule und im Gymnasium erforderlich.

Mathematisch-naturwissenschaftliches Konzept

Die Naturwissenschaften befassen sich mit der unbelebten und belebten Natur und versuchen diese fachspezifisch und fächerübergreifend zu beschreiben und zu erklären. Es gilt, das heutige und zukünftige Leben in einer Informationsgesellschaft mit allen Vorteilen, Risiken und Herausforderungen für die Schüler und Schülerinnen durchschaubar und begreifbar zu machen.

 Dies erfordert nicht nur eine solide mathematisch-naturwissenschaftliche Grundbildung durch Aneignung bestimmter Inhalte, sondern auch ein Verständnis der Zusammenhänge in Natur und Gesellschaft durch systemische und multiperspektivische Betrachtungen zu erreichen.

Die Inhalte für den Fachunterricht orientieren sich an den nationalen Bildungsstandards und den gültigen Thüringer Lehrplänen für die Fächer Mathematik, Physik, Biologie und Chemie.

Sie werden als fachspezifische, fächerübergreifende und projektorientierte Themenstellungen bearbeitet.

Die auszuwählenden Themenschwerpunkte

  • orientieren sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung.
  • bauen auf die Erfahrens- und Gedankenwelt der Schülerinnen und Schüler auf.
  • ermöglichen einen lebensweltlichen Bezug und globale Weitsicht, fördern die Entwicklung des Selbst- und Weltverständnisses und erzeugen Problembewusstsein.
  • vermitteln naturwissenschaftliche Konzepte, Arbeitsweisen und Strategiewissen.
  • sprechen durch variable Lernangebote und Lernaufgaben, entsprechen der neuen Aufgabenkultur, alle Lerntypen (mehrkanaliges Lernen) an und unterstützen die Entwicklung von Lernkompetenz.
  • vermitteln neben einer soliden fachspezifischen Grundausbildung einen Transfer auf alltägliche Anwendungsbereiche und bieten günstige                                            Voraussetzungen für selbstorganisiertes Lernen und Perspektivenwechsel.
  • legen besonderes Gewicht auf experimentelle und projektorientierte Arbeiten in einem handlungsorientierten schülerzentrierten Unterricht.
  • vernetzen Inhalte durch fachübergreifende, projektorientierte Unterrichtssequenzen, Wochenplanarbeiten und Projekte und werden in ein schulinternes Curriculum integriert.

Die Ausbildung in den naturwissenschaftlichen Fächern muss zum einen die Vermittlung der fachspezifischen Grundlagen umfassen und zum anderen fächerübergreifend und fächerintegrierend ein Verständnis der Prozesse und Gesetze der belebten und unbelebten Natur schaffen, um die Schülerinnen und Schüler zur Erfüllung der jeweiligen Standards und Abschlussprüfungen zu führen.

 Deshalb werden alle Projektthemen und Exkursionen mit außerschulischen Partnern verbunden. Da die Themen in jedem Jahr für die Klassenstufen verbindlich sind, werden alle Schüler im Laufe ihrer Schulzeit in der Oststadtschule mit allen Themen konfrontiert.

Zusätzlich zu den fest etablierten Projekten nehmen die Klassen oder Schülergruppen aktuelle regionale Angebote an Veranstaltungen, Vorträgen, Workshops o.ä. wahr.

 Entscheidend ist hierbei nicht die Quantität des Faktenwissens, sondern die Qualität des Verstehens. Lernprozesse brauchen Zeit zum Nachdenken, Gespräche zur Auseinandersetzung, Versuch und Irrtum und eine neue Kultur im Umgang mit Fehlern.

 …

Sozialkonzept

 Ab dem Jahr 2015 wird jede dritte  Lehrstelle in Deutschland im Bereich „Gesundheit und Soziales“ gesucht werden!

 Alle Lehrer und Erzieher an unserer Schule sehen in der Erziehung und Bildung zu sozialem Verhalten eine große, eigene Verantwortung.

Unser Leitmotiv ist es, ein Herz für unsere Schülerinnen und Schüler zu haben und sich für ihre Lebensbedingungen und ihre Lernmöglichkeiten zu interessieren.

 Ausgehend vom Unterrichtsfach „Sozialwesen“ und in Absprache mit den anderen Fächern (wie z.B. Ethik oder Religion) sollen die Kinder und Jugendlichen lernen, „Erwachsen zu werden“ und Kompetenzen des Zusammenlebens zu entwickeln und auszubilden. Sie brauchen „Handwerkszeug“, um die Herausforderungen des Alltags bewältigen zu können. Dazu gehört beispielsweise mit Problemen und Stress altersgerecht umzugehen, eigene Entscheidungen zu treffen und Konflikte gewaltfrei lösen zu können.

 Wir wollen Möglichkeiten schaffen all dies zu üben, im Rollenspiel, in Gruppenarbeit, im Partnerlernen. Mit der Umsetzung des Programms „Lions-Quest/ Erwachsen werden“, können diese sozialen Kompetenzen gestärkt werden.

 Wir wollen die ganze Breite unserer Erfahrungen einbringen und Partnerschaften ausbauen, um die Notwendigkeit dieser schulischen Ausrichtung erlebbar und fassbar zu machen.

 Dazu gehören neben den Projekten für die Klassen 5 bis 10 auch Praxiskurse wie der „Babysitterführerschein“ in Klasse 7,

Mitmachparcours zum Thema „Alkohol und Nikotin“ in der Klasse 8, Kontaktaufnahme mit Behinderten und das Ablegen des Erst-Hilfe-Scheins für die Klassen 9, sowie die Teilnahme an einem Elternpraktikum mit dem Babysimulator.

 Soziales Interesse entsteht mit dem Beginn der Schulzeit oder dem Besuch des Kindergartens in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit, hier bei uns in der Schule und vorher.

 Dem wollen wir besondere Beachtung schenken und zum Beispiel unsere großen Schüler Gelerntes anwenden lassen, die „Kleinen“ zu begleiten, zu betreuen. Wir üben das Leben und vielleicht für einen künftigen Beruf.

 Die Begegnung mit sozialen Einrichtungen und Vertretern sozialer Berufe, wie unseren langjährigen Partnern vom Jugendclub „East End“, Beratungsstellen der Diakonie und der AWO, der Suchtberatung, den Kindergärten der Stadt und des Wohnbezirkes, der Förderschule, den Kinderheimen u.a. wollen wir weiter pflegen, waren sie uns doch bisher wertvolle Helfer und Partner.

 Das Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, Risiken und Möglichkeiten haben zugenommen, z.B.:

  • der Konsum mit dem Risiko der Verschuldung,
  • das Versagen in der Schule und die daraus resultierende Schulflucht,
  • die Zunahme von Konflikten,
  • die Gewalt in den Medien und dem eigenen Umfeld,
  • das Risiko mit Drogen in Kontakt zu kommen,
  • die Zunahme von „Mutproben“ u.a..

 Wir müssen und wollen helfen, diese Problemfelder unserer Kinder und Jugendlichen anzusprechen und in gewohnt offenem Kontakt, auch fächerübergreifend (mit Deutsch, Englisch, Kunst u.a.), nach Lösungen zu suchen und Hilfe anzubieten.

 Hierbei wollen wir durch kooperative Lernformen zur Kommunikationsfähigkeit und zum analytischen und kritischen Denken und zur Toleranz erziehen und bilden.

 Wir sehen in der schulischen Prävention eine Aufgabe, die Entwicklung von Fehlverhalten im Vorfeld zu verhindern, indem wir die Schülerinnen und Schüler befähigen, mit den anstehenden Lebensproblemen fertig zu werden.

 Ein freundliches Schulklima, das durch ein respektvolles Miteinander, Achtung, Fairness und Akzeptanz aller am Bildungs- und Erziehungsprozess Beteiligten geprägt ist, ist eine Voraussetzung für die Verwirklichung dieser Ziele.

 Wir wollen bei allem, was wir tun, ein Klima, in dem sich Kinder und Jugendliche für Veränderungen in ihrer Umwelt öffnen, diese selbstkritisch betrachten, nach Ursachen suchen und gemeinsam Lösungen finden – unser aller Ziel soll ein „Ich kann!“ und nicht ein „Ich soll!“ sein. 

Musisch-kulturelles Konzept

 Unser musisch-kulturelles Konzept stellt eine Fortschreibung erfolgreicher Traditionen und der Neuorientierung und Erweiterung der Inhalte und Methoden dar.

 Zum festen Programm jedes Schuljahres für alle Klassen gehörten bisher Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern, Verleihung des Titels „Umweltschule in Europa“, Diakoniefeste, Tage der offenen Tür, Abschlussfeiern, Zeugnisausgaben u.a..

Diese Traditionen, von unseren Schülerinnen und Schülern begrüßt und gefordert, setzen wir fort, stellen sie doch eine wertvolle Verbindung zu den Eltern und unseren Partnern dar. Erwähnt seien hier nur die gefeierten Auftritte unserer Diakoniegruppen, des East-End oder von Künstlern aus der Stadt Eisenach.

 Alle bringen sich dabei in vielfältigsten Formen und mit unterschiedlichsten Beiträgen selbstständig, kreativ und mit Engagement ein.

Sie gestalten mit viel Spaß und eigenen Ideen Schautafeln, z.B. zu den Themen der Projekttage sowie Plakate und Präsentationen zu verschiedensten Themen. Sie tanzen, singen oder spielen Instrumente, rezitieren und führen Theaterstücke auf und all dies hat immer etwas mit ihrem Leben, mit ihrem Umfeld und aktuellen Themen zu tun.

 Unser Konzept sieht die inhaltliche und zeitliche Erweiterung dieser Beschäftigung mit Kunst und Kultur vor, möglicherweise bis in die Nachmittagsstunden als Arbeitsgemeinschaft o.ä..

 Wir wollen durch selbstständiges und engagiertes Lernen eine umfangreiche Methodenkompetenz erreichen. Dazu nutzen wir die Möglichkeiten des Lehrplans und Formen neuen Lernens, wie z.B. den Unterricht in mehreren Fächern gleichzeitig, z.B. in Musik und Deutsch, in Kunst und Geschichte oder in Kunst und Sozialwesen.

 Die Förderung der Kompetenzen soll in den Vordergrund treten, z.B.:

  •  die Selbstkompetenz beim:
  • Formulieren von Texten,
  • beim bildnerischen   Gestalten,
  • bei der Buchherstellung und Buchgestaltung,
  • ….
  •  die Wahrnehmung soll gefördert werden: 
  • visuell, durch Spiele, Bildbetrachtung, Beschreibung …
  • räumlich, durch Nachbauen von Objekten, Zeichnungen in Perspektiven …
  • akustisch, durch Ton, Tanz, Rezitation, Zuhören …
  • individuell, durch Körperempfinden, Selbstbetrachtung u.a..

 Unsere Ziele und Vorhaben im künstlerisch-musischen Bereich erfordern eine enge Zusammenarbeit aller, besonders der Fachlehrer, unserer Partner, dem Gymnasium, dem Theater usw..

Unser gemeinsames Ziel ist es, allen interessierten Schülerinnen und Schülern die Beschäftigung mit Kunst und Kultur zu ermöglichen, ihre selbstständige Auseinandersetzung zu fördern, die Schule und ihr Umfeld zu gestalten und zu verschönern und Gestaltetes und Gelerntes der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler zu eigenständigen Leistungen führen, zu genauen Beschreibungen, aussagekräftigen Vergleichen und eigenen Wertungen.

 Auch hierbei nutzen wir die Möglichkeiten der Forderung und Förderung, können sie sich doch alle unter gleichen Bedingungen betätigen, Lernerfolge erreichen und präsentieren.

 Sportkonzept

 Ziel unseres gemeinsamen Sportkonzeptes ist es, jeder Schülerin, jedem Schüler, den Eltern, Betreuern u.a., die Notwendigkeit körperlicher Bewegung nahe zu bringen und Möglichkeiten zu deren Ausübung zu schaffen.

Jedes Kind, jeder Jugendliche unserer Schule soll seine körperliche Leistungsfähigkeit kennen und an ihrer Verbesserung arbeiten können.

 Neben den zwei Unterrichtsstunden pro Woche und einer wahlobligatorischen Stunde verbessern wir ab der Klasse 8 die Möglichkeiten der Betätigung in Arbeitsgemeinschaften die Wettkampfcharakter haben. Bis zur Klassenstufe 7 sind 3 obligatorische Unterrichtsstunden garantiert, ab Klasse 8 wird die dritte Stunde interessenorientiert angeboten.

 Auch die Betreuung unserer Kinder und Jugendlichen durch die Sportvereine der Stadt und des Wohngebietes ist stärker zu nutzen, sind sie doch wertvolle Partner in unserer Arbeit. Die Schule pflegt regen Kontakt zu den Sportvereinen, die im Turnhallengebäude „zuhause sind“ und durch die Mitarbeit der Schüler in den Vereinen, erfolgt eine Steigerung des Gemeinschaftsgefühls und eine Bindung an den Schulstandort.

 Zwei terminlich festgelegte Sportfeste im Frühjahr und im Herbst, sportliche Vergleiche innerhalb der Schule und mit anderen Schulen sollen die Attraktivität des Sportunterrichtes erhöhen und unsere Kinder und Jugendlichen mobilisieren. Dazu gestalten wir die Bewertung transparent und fördern den Leistungsvergleich durch eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit.

 Wir garantieren die Schwimmfähigkeit aller unserer Schülerinnen und Schüler. In unserem Sportkonzept hat die Förderung einen festen Platz, so fördern wir Schülerinnen und Schüler aller Klassen mit Schwächen bzw. Förderbedarf und fordern unsere besten Sportlerinnen und Sportler z.B. durch die Teilnahme an Schulvergleichen (z.B. Fußball-Wettkampf).

 In Vorbereitung auf die Prüfungen und die Berufsorientierung helfen die Schüler und Schülerinnen der oberen Klassen bei der Organisation und Durchführung von Sport und Spiel (aktive Sportler leiten an).

 Eine unserer schönsten Traditionen, die Nonsensolympiade zusammen mit dem Diakonieverbund Eisenach (DVE), wollen wir fortführen und weiterhin zu einem schulischen Höhepunkt werden lassen. Die Integration behinderter Schüler im gesamtschulischen Ablauf ist somit gegeben.

Konzept für den Deutschunterricht

 Ein Konzept für den Deutschunterricht muss sich an den Forderungen der Thüringer Lehrpläne u. den Kriterien an einen offenen, differenzierten und fächerübergreifenden Unterricht orientieren.

Doppelklassenstufen 5/6, 7/8 und 9/10 sollen künftig helfen, den Unterrichtsstoff besser zu gliedern, methodisch aufzuarbeiten und die Prüfungen noch zielgerichteter vorzubereiten.

 Nach acht gemeinsamen Schuljahren verlässt keine unserer Schülerinnen und kein Schüler die Gemeinschaftsschule, ohne im Lesen, Schreiben, Verstehen von Texten und Aufgaben und im Lösen von Schreibaufgaben geübt und sicher zu sein und Freude am Umgang mit der Muttersprache und ihren Werken zu haben.

 Die besonders wichtige Phase des Erstlesealters und das Erlernen des Schreibens soll in unserer TGS eine besondere Wertigkeit bekommen, bestimmt doch gerade diese Zeit das Verstehen, die Liebe und das grundsätzliche Verhältnis zur Muttersprache.

 Die Möglichkeit der flexiblen Schuleingangsphase lässt uns jedes Kind da abholen, wo es steht und ganz individuell und ohne Zeitdruck diese wichtige Etappe des Schullebens erfolgreich zu gestalten.

Besonders wichtig in dieser Phase ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Eltern mit der Schule.

 Im Fokus jeder Deutschstunde muss das sinnerfassende Lesen stehen, ist es doch die Voraussetzung für das Verstehen aller zu behandelnden Stoffe in allen Fächern.

 Das Lesen von Prosa und Sachtexten muss zum natürlichen Bedürfnis aller Schüler werden, steht am Ende der Schulzeit doch die Bewährung in einer Projektarbeit, die Lösung von Prüfungsaufgaben und die Bewerbung für einen künftigen Beruf.

 Das Vergnügen des Umgangs mit Lyrik, Prosa und Dramatik soll durch alle Möglichkeiten methodischer Gestaltung gefördert werden.

 Buchvorstellungen, Bibliotheksbesuche, Gedichtpräsentationen, Theaterbesuche, Themenarbeiten (Sagen aus Thüringen), Erörterungen (Brecht „Gerechtigkeit kann man nicht kaufen“), kreatives Schreiben, amtliche Schreiben (Lebenslauf und Bewerbung) als Einzelarbeit, als Partnerarbeit oder als Schreibkonferenz sollen helfen, Deutsch als verständlich, handhabbar und als wertvolles Erbe zu verstehen.

 Der Umgang mit Wort, Schrift und Form soll gelernt, geübt und gefestigt werden und dies in allen Fächer und zu allen Anlässen.

 Deutsch ist zu wichtig, als es nur dem Deutschunterricht zu überlassen. Das muttersprachliche Prinzip, die Kontrolle aller Leistungen und Arbeiten nach den Maßstäben der deutschen Sprache, muss wieder mehr Beachtung erfahren.

 Von der ersten bis in die oberen Klassen der Regelschule ist es nötig, Schwächen im Umgang mit der Sprache in Wort und Schrift und Aussprache zu erkennen, zu analysieren und zu beheben.

 Dazu erarbeiten wir ein Instrumentarium mit klaren Abläufen und deutlichen Zielsetzungen, dass Eltern und Schülern und allen Beteiligten bekannt ist. Jede Maßnahme der Förderung ist mit den Eltern zu besprechen und zu organisieren.

 Da der Deutschunterricht Inhalte und Themen aus allen Bereichen des Lebens aufnimmt und behandelt, ist es nur natürlich, dass wir Absprachen mit allen anderen Fächern treffen, um gemeinsame Projekte (Sagen in Thüringen – mit Kunst und Musik; Goethe in Thüringen –  mit Geografie und Kunst; Lebenslauf und Bewerbung – mit WRT) oder auch gemeinsame Unterrichtseinheiten zu planen und durchzuführen. Die Schüler nehmen u.a. an überschulischen Lesewettbewerben teil.

 Wieder mehr Beachtung sollen die Forderungen nach Ordnung, Sauberkeit und Vollständigkeit der Arbeitsmaterialien erfahren.

 Demokratieprinzip

 Demokratie in der Schule bedeutet Information, Transparenz und Teilhabe über eine, in Thüringen vorgeschriebene, Schulzeit von 10 Jahren (§ 19 des Thüringer Schulgesetzes).

 Das heißt, dass unsere Kinder und Jugendlichen bei uns in der Gemeinschaftsschule von der Einschulung bis zum Wahlrecht Demokratie erleben, erlernen und ausüben.

 Die Gemeinschaftsschule in Thüringen bietet dazu mit ihrer langen gemeinsamen Schulzeit und festen Strukturen beste Möglichkeiten zum Verstehen, Erlernen und Mitwirken.

 Keine andere Schulform garantiert das konzentrierte Miteinander über so lange Zeiträume, unter gleichzeitiger Öffnung des Unterrichtes und fächerübergreifender Methodik.

 Das „Thüringer Schulgesetz“ und die „Thüringer Schulordnung“ geben unserem Demokratiekonzept einen Rahmen, der zu Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Kritikfähigkeit führen soll.

„Die Schüler wirken durch gewählte Schülervertretungen entsprechend ihrem Alter und ihrer Verantwortungsfähigkeit am schulischen Leben mit.“[6]

 Wir wollen gute Erfahrungen und Ansätze der Arbeit mit den Klassensprechern nutzen, um deren Selbstständigkeit und Einflussnahme zu verbessern.

 Die Mitarbeit am Arbeitsplan der Schule, Mitsprache bei Terminfestlegungen, Aussprachen bei Verstößen gegen Disziplin und Ordnung, Mitwirkung an Einschätzungen, Organisation von Fördermaßnahmen, Vorschläge für Auszeichnungen u. Ä. sollen Felder der Mitarbeit der Schülervertretungen werden.

 Sie sollen mehr und mehr zu Helfern ihrer Mitschüler werden, Verantwortung tragen und wichtige Entscheidungen mit treffen. Dazu bedarf es der Schulung unter Führung der Schulleitung und des Vertrauenslehrers sowie der Hilfe qualifizierter Schulpraktiker.

 Regelmäßige Informationen und Aussprachen sollen den Klassensprechern helfen, Probleme in der Klasse frühzeitig zu erkennen und Lösungen zu bieten:

  •  „Schüler für Schüler“,
  • Große für Kleine,
  • Gute für Schwächere,
  • Schüler für Lehrer u.a.

 sollen Möglichkeiten sein, die selbstverständlich genutzt werden, um das Zusammenleben zu verbessern.

 Dazu zählt auch die Öffnung der Schule für Praktiker und Experten aus allen Bereichen des Lebens: der Politik (z.B. Kommunalpolitiker, Verantwortliche aus dem Rathaus u.a.), der Kultur (z.B. Maler, Musiker, Schauspieler u.a.), des Sportes (z.B. Aktive, Trainer, Ehemalige u.a.) und der Wirtschaft (z.B. Personalleiter, Manager, Betriebsleiter u.a.) usw.

 Betriebe und Einrichtungen stellen sich vor, liefern Material und Informationen und motivieren zur Weiterarbeit und zur selbstständigen Auseinandersetzung mit der Problematik.

 Unser Schulmuseum, Projektarbeiten, Arbeitsgemeinschaften, die Fahrten nach Buchenwald und ins Grenzlandmuseum wollen wir nutzen, um die Notwendigkeit demokratischer Grundsätze zu vertiefen.

 Organisatorische Rahmenbedingungen

 Zusammenarbeit mit den Eltern

 Sowohl das Thüringer Schulgesetz, als auch die Thüringer Schulordnung regeln das Miteinander von Elternhaus und Schule und betonen damit die Wichtigkeit dieses Verhältnisses.

 Auch wir haben in den letzten Schuljahren die Besonderheit dieser Verbindung positiv erfahren können und gehen damit zuversichtlich an den Ausbau dieser Partnerschaft.

 Transparenz und Offenheit im Umgang mit allen Problemen und Konflikten haben sich bewährt, genau wie persönliche Kontakte und regelmäßige Informationen.

 Finden wir neben den vorgeschriebenen und bewährten Formen der Zusammenarbeit wie Elternabend, Sprechstunden, Elternsprechtag, Hausbesuch, Telefonate u.a., nicht eventuell auch neue Formen?

  • Können nicht Eltern Eltern einladen?
  • Wer von den Eltern, Großeltern will oder kann eine AG leiten?
  • Kann Hilfe bei der Hausaufgabenbetreuung, bei der Nachhilfe, bei der Förderung geleistet werden?
  • Können Eltern bei der Organisation von Wandertagen, Klassenfahrten u.a. helfen?
  • Bieten sich Themen der Fortbildung nicht auch für Eltern an?
  • Wo, wann und wie sollen die Lernentwicklungsgespräche stattfinden?
  • Können uns Eltern bei der Berufswahl und Berufsfindung helfen?
  • Welche Eltern (Betriebe/Arbeitsstellen der Eltern) kooperieren mit der Schule?
  • Welche Stoffeinheiten bieten sich für die Mitarbeit der Eltern an?

 Wir öffnen die Schule für unsere wichtigsten Partner, die Eltern

– zum Vorteil der Schülerinnen und Schüler unserer Schule.

 Ganzheitliche und differenzierte Bildung und Erziehung funktioniert nur bei genauer Kenntnis aller Umstände, Voraussetzungen und Bedingungen.

Dazu brauchen wir als Schule die Eltern, die Familie und diese sucht, wie die Vergangenheit zeigt, verstärkt den Rat der Schule, werden die Fragen und Probleme doch komplexer und vielfältiger.

 Eine enge Kooperation ist im Sinne aller und soll uns helfen, gemeinsam für das Wohl der Kinder und Jugendlichen tätig zu sein.

 Wir wollen ein vertrauensvolles Verhältnis schaffen, die Kinder und Jugendlichen sollen wieder stärker spüren, dass alle an der Erziehung Beteiligten gemeinsam handeln und wirken.

 Auch deshalb bekommt jedes Elternhaus in regelmäßigen Abständen den aktuellen Leistungsstand und die sich daraus ergebenden Perspektiven jedes Kindes und jedes Jugendlichen mitgeteilt und erklärt.

Mit einem festen Instrumentarium versehen ist jede Lehrerin und jeder Lehrer in der Lage, zum Leistungsstand und zum Verhalten der Schülerinnen und Schüler etwas zu sagen.

Ganztagsschule und Rhythmisierung

Eine teilgebundene Ganztagsschule, wie wir sie anstreben, bietet für 7 Zeitstunden ein Betreuungsangebot und dies für mindestens 3 Tage in der Woche.

 Rhythmisierung bedeutet für uns Wechsel.

 Wechsel von :

  • Bewegung und Ruhe,
  • Aufnehmen und Besinnen,
  • Anstrengung und Erholung,
  • kognitiven (erkennende) und praktische Arbeitsphasen,
  • gelenktem Arbeiten und Selbsttätigkeit,
  • individuellem Tätigsein und der Arbeit in der Gruppe.

 Wir unterscheiden in unserer Schule zwischen Taktung, der schuleinheitlich festgeschriebenen zeitlichen Strukturierung in Stunden, Blöcke, Pausen und in Rhythmisierung, d.h. die Struktur  in den Stunden und Blöcken, in den Methoden – durch die Lehrerin, den Lehrer – und in den einzelnen Lernprozessen jeder Schülerin, jeden Schülers – durch sich selbst.

 Grundlage ist auch hierfür die Th. Schulordnung (mit ihrer Anlage 10a zum § 147a Abs.9) vom August 2011 mit ihrer „Rahmenstundentafel für die Klassen 1 bis 10 an der Gemeinschaftsschule“.

Konzept_Ganztag_Oststadtschule_2015_2016_25.05.2015

 Organisationskonzept

 Die Organisation unseres Schulalltages, des Schuljahres ist geprägt von Verständlichkeit, Planbarkeit, Offenheit und Zweckmäßigkeit.

Alle Träger von Erziehung – in Kindergarten, Grundschule, Regelschule und Gymnasium – sind eingebunden in ein System, welches das Ziel hat, die Vielzahl von Aufgaben einer Gemeinschaftsschule zu optimieren und umfassend zu erfüllen.

Als organisatorischer Rahmen dient uns die Planung der Schulhalbjahre mit ihren speziellen Anforderungen.

Die flexible Schuleingangsphase unserer Erstklässler ist ein besonders wichtiger Abschnitt für die Entwicklung unserer Kinder. Deshalb wird diese mit besonderer Sorgfalt von allen Beteiligten unter enger Zusammenarbeit mit den Eltern organisiert und individuell gestaltet, jedes Kind erhält seinen Platz in der Klasse, in der Schule.

Die Eltern und ihre Kinder erhalten vielfältige Möglichkeiten, die Schule, ihre Abläufe und Bedingungen zu erleben.

 Alle Eltern, Schülerinnen und Schüler erhalten zu Beginn eines Schuljahres einen genauen Überblick über geplante Vorhaben, Termine und Veranstaltungen.

Dazu zählen u.a.:

  • Betriebspraktika (auf Klassenstufenbasis),
  • Sportfeste (im Frühjahr und im Herbst),
  • Projekttage (auf Klassenstufenbasis, zu festen Themen),
  • Lehrersprechtage und Lehrersprechstunden (zu festen Zeiten),
  • Klassenfahrten und Wandertage,
  • Präsentationen,
  • Prüfungstermine,
  • Fahrten nach Buchenwald und ins Grenzlandmuseum,
  • vorgesehene Projekte im Unterricht (Blöcke, Wochenplanarbeit, Portfolios. .),
  • Feierstunden usw..

 Ebenfalls zu Beginn des Schuljahres und zu Beginn des 2.Halbjahres erfolgt eine Information der Kinder und Jugendlichen zu den Möglichkeiten der Beschäftigung am Nachmittag:

  • Arbeitsgemeinschaften im künstlerischen, naturwissenschaftlichen, sportlichen … Bereich,
  • Hausaufgabenbetreuung,
  • Förderunterricht,
  • Freiarbeit,
  • Bibliotheksnutzung usw..

 Besonders die Zusammenarbeit mit den demokratisch gewählten Vertretern der Elternschaft, der Schülerinnen und Schüler und der Lehrer wollen wir beleben und besser nutzen, sind sie doch unsere direktesten Ansprechpartner.

Dazu sollen Anleitungen neu gewählter Vertreterinnen und Vertreter gehören, als auch regelmäßige Treffen auf allen Ebenen – Klasse, Schule, Schulen.

 Die Klassenleiter erhalten die terminliche Möglichkeit des Austausches mit ihrer Klasse auch außerhalb des Fachunterrichtes, als Klassenleiterstunde.

Die Klassensprecher und Klassensprecherinnen arbeiten eng mit Vertrauenslehrer/in und Klassenleiter/in zusammen und nutzen ihren Einfluss auf ihre Mitschüler zur Entwicklung der Klassen (Klassenrat). Sie treffen sich wöchentlich unter der Anleitung des Vertrauenslehrers (VL).

 Besondere Erfolge im Lernen oder im Sport, enge Patenschaften und Hilfen, die Arbeit an der Schulchronik, künstlerische Leistungen u.a. wollen wir dokumentieren (AG Foto, AG Journalisten …), für unsere Arbeit nutzen und veröffentlichen.

 Dies soll sowohl in der Schule, als auch außerhalb geschehen, auch um die Schule noch enger an ihr Umfeld zu binden. Dazu nutzen wir sowohl die Printmedien, als auch die elektronischen Medien (AG Computer).

 Besonderer Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit muss der enge Kontakt zwischen den Teilen der TGS sein. Die Kooperationspartner müssen sich engstens um gegenseitiges Verstehen bemühen, und die Chancen, Möglichkeiten und Probleme der anderen kennen.

Deshalb finden in fest terminierten Abständen Treffen statt, die nach einem Arbeitsplan interessierende Themen behandeln. Diese Themen werden in einem jährlich zu erarbeitenden Katalog festgelegt.

 Unsere Gemeinschaftsschule ist eine Ganztagsschule und deshalb zur Betreuung auch vor dem Unterricht und danach geöffnet. Die Zeiten der Betreuung richten sich nach den Wünschen der Eltern. Dabei wollen wir möglichst flexibel sein und auch den Einsatz von Partnern, Eltern, großen Schülern oder Großeltern bedenken. Die Betreuung im Hort, früh und am Nachmittag, hat das Ziel, die Zeit sinnvoll und zielgerichtet, nach festen Plänen zu gestalten.

 Unser Zusammenleben soll künftig mehr und mehr durch die Schülerinnen und Schüler organisiert und gestaltet werden. Die Streitschlichter erhalten nach Einweisungen und Übungen größere Verantwortung für die Gestaltung der Pausen, der Einhaltung der Disziplin und Ordnung im Haus und im Schulgelände.

 Die gewählten Klassensprecherinnen und Klassensprecher nehmen verstärkt Einfluss auf das Geschehen in ihren Klassen und werden, nach Anleitung durch den VL, in die Lage versetzt, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler besser zu vertreten, Probleme zu lösen und die Klassenleiter zu unterstützen. Die Versammlung der Klassensprecher tagt wöchentlich und bespricht Probleme und Aufgaben und Möglichkeiten zur Verbesserung des schulischen Lebens.

 Größten Wert legen wir als Schule auf die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen. Dazu zählen wir den Schulweg, das Schulhaus und das Schulgelände. Wir sichern mit genauen und aktuellen Plänen und eingewiesenen und kompetenten Aufsichten eine größtmögliche Sicherheit im Schulgelände. Auch dazu werden die Streitschlichter, Streitschlichterinnen, Klassensprecherinnen und Klassensprecher angeleitet und einbezogen.

 Eine neue, den Gegebenheiten angepasste Hausordnung, soll die Organisation des Schulalltages regeln helfen, ohne zu beengen. Es sollen mit den Kindern und Jugendlichen Regeln und Verhaltensweisen aufgestellt werden, die jeder akzeptieren kann und die auch einsichtig sind.

 Neben den Schulleitungen, der Steuergruppe für die TGS und den Kooperationspartnern sollen besonders die Fachkonferenzen und die Planungsgruppen auf Jahrgangsstufen für die inhaltliche und methodische Belebung von Bildung und Erziehung sorgen. Dazu gibt es turnusmäßige Treffen, deren Ergebnisse allen Beteiligten als Grundlage für die weitere Arbeit dienen.

 Schulinterne Lehr- und Lernplanung (SchiLLP)

 Mit der Schulinternen Lehr- und Lernplanung hat uns das ThiLLM eine praktikable Anleitung für die Arbeit mit den Lehrplänen in die Hand gegeben.

Fordert dieses Dokument also u.a.:

  •  die Individualisierung des Lernens,
  • differenzierte Lernangebote,
  • schulinterne Planung für die Entwicklung von Kompetenzen und
  • fächerübergreifende Abstimmung und Kooperation, so sind das genau die Punkte, um die sich eine neu formierende Gemeinschaftsschule kümmern muss.

 Wie vorher beschrieben, müssen wir dabei die gesetzlichen Bestimmungen beachten, ebenso wie: Verordnungen und Lehrpläne, unser Schulentwicklungsprogramm und die individuelle Planung jedes Erziehers, jedes Lehrers.

 Das „Schulentwicklungsprogramm“, nach dem SchiLLP, beinhaltet für die Ebene der Schule folgende  Anforderungen:

  •  Grundlage für eine zielgerichtete Entwicklung der Einzelschule und deren Profil,
  • beruht darauf, dass sich alle Beteiligten um Übereistimmung in grundsätzlichen Zielen und Handlungsweisen bemühen,
  • mittel- und langfristige Ziele werden in Arbeitsplänen für ein Jahr konkretisiert und sind Grundlage der Evaluation (Bewertung, Beurteilung),
  • enthält Aussagen zur erzieherischen Arbeit, zur inhaltlichen, methodischen, organisatorischen Gestaltung des Unterrichts, der Schule und zur Personalentwicklung und fordert Aussagen zu folgenden Punkten:
  • Schulprofil – Leitbild ( Punkt 3 unseres Konzeptes),
  • Schulinterne Lehr- und Lernplanung (Punkt 4.1.1 – 4.1.3),
  • Praktikum, Studien- und Berufswahlvorbereitung, Projekte, Schulfeste, Elternarbeit ( 3 – 4.6 – 4.11  ),
  • Personalentwicklung, Fortbildung, Lehrerkooperation (siehe Anhang), Evaluation.

 Das heißt, wir müssen bei der Erarbeitung der schuleigenen Lehrpläne wie folgt vorgehen:

  • mit Klasse 5 beginnend, Erfahrungen einholen, austauschen, schüler- und schulorientiert und anspruchsvoll nutzen,
  • standard- und kompetenzorientierte Schulbücher einführen,
  • Unterrichtseinheiten erarbeiten, die an den Zielkompetenzen ausgerichtet sind und dabei die

Lernausgangslage und Lernbedürfnisse der Schüler einbeziehen,

  • die Arbeit in den Fachteams auf zeitnahe qualifizierte Ergebnisse ausrichten und realistische Ziele anstreben,
  • Klarheit über die Klassenführung herstellen und dabei an fächerübergreifende Verbindungen denken, außerunterrichtliche Aktivitäten mit einplanen und gleichzeitig die notwendige Fortbildung planen und einfordern.[7]

 Schluss

 Artikel 1/ Absatz (1) des „Thüringer Schulgesetzes“ lautet:

 „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf schulische Bildung und Förderung.“

 und Absatz (2):

 „Für den Zugang zu den Schularten und den Bildungsgängen dürfen weder die Herkunft und das Geschlecht des Schülers, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung seiner Eltern noch die Weltanschauung oder die Religion bestimmend sein.“

 Damit ist unser Ziel engstens beschrieben und bestimmt.

Wir wollen diesem Rechtsanspruch mit unserem Konzept entsprechen und auch in Eisenach eine Möglichkeit zum längeren gemeinsamen Lernen schaffen, bei gleichzeitiger Garantie aller anerkannten Thüringer Abschlüsse.

 Eine „Schulartänderung“ und eine sich nahtlos anschließende enge Kooperation mit der „Grundschule am Petersberg“ und dem „Ernst- Abbe- Gymnasium“ sind unserer Meinung nach denkbar und was Zeiträume und Kosten anbelangt auch machbar.

 Ein Konzept- ein Plan- beschreibt Ziele, Mittel und Wege, um etwas zu erreichen. Darüber muss man reden, sich austauschen und streiten, Erfahrungen einholen und Unbekanntes denken.

 Dem wollen wir uns stellen, wollen lernen und uns fortbilden.

 Doch, wir brauchen Hilfe! Hilfe von Eltern, Partnern und Freunden, die uns unterstützen und an die Idee einer Gemeinschaftsschule in der Oststadt Eisenachs glauben.

  • [1] „Thüringer Schulgesetz“; Matschie, Ch.; Hrg. 2011; S.2
  • [2] „Zeit – Schulführer 11/12.2011; Otto, J.; S.47
  • [3] GEO-Wissen; 44/2009; S.90
  • [4]  „Thüringer Gemeinschaftsschule – Eine Für Alle“; Broschüre des TMBWK; S.11
  • [5] – KMK Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss
  • [6] § 28 des Th. Schulgesetzes
  • [7] – vgl. SchiLLP vom ThILLM vom 05.06.2012

Staatliche Gemeinschaftsschule